Fechenheim ist rot!

Es wird ja behauptet, bspw. vom TÜV, der Wind blase in Fechenheim mit einer stetigen Geschwindigkeit. Das hat für den Auftraggeber des TÜVs den Vorteil, dass damit der Eindruck entsteht, in Fechenheim stehe alles zum Besten und die Emissionen des Braunkohlestaubkraftwerkes werden sich schon irgendwie verteilen.  ”Dadurch entsteht eine sich mit der Zeit ständig ausdehnende Wolke dieser Luftbeimengungen, die mit dem Wind horizontal wegtransportiert wird” (Zitat aus dem TÜV Gutachten). Dass das nicht so ist, das haben wir an anderer Stelle schon beschrieben.

Aber wie sieht es generell mit dem Klima in Fechenheim aus? Ich habe mich telefonisch beim Umweltamt der Stadt Frankfurt erkundigt. Und was ich erfahren habe, hat mich sehr beunruhigt.

Hier ein paar Fakten aus dem Klimaatlas Frankfurt:

Hier die Beschreibung der Kategorien im Detail.

Fechenheim ist “rot”!!! Ich finde die Bilder sprechen für sich. Nach der Klimaklassifikation, in der thermische Aspekte und  Belüftungsqualität in 6 Kategorien aufgeteilt sind, finden wir uns in der Kategorie 5 wieder – “Überwärmungsgebiet 1″.

Die Kategorie 5 wird so beschrieben: Überwärmungsgebiet und eingeschränkter Luftaustausch; thermisch und lufthygienisch mit hohen Defiziten, Hitzestress steigend – Hitzstresstage stark ansteigend. Als Maßnahmen wird angeregt:  Vegetationsschatten und Fassadenbegrünung fördern; Luftleitbahnen beachten.

Schockierend ist, dass von einem eingeschränkten Luftaustausch die Rede ist. Das muss den Verantwortlichen – auch beim RP Darmstadt und beim TÜV – doch bekannt sein. Genauso, wie ich telefonisch die Informationen anfordern konnte, können das doch die Genehmigungsbehörden. Und der TÜV.

Der eingeschränkte Luftaustausch entsteht u.a. aufgrund der dichten Wohnbebauung. Nachdem ich das gelesen habe, wurde mir klar, warum an anderer Stelle in der Genehmigungsakte mal davon die Rede ist, dass sich “vorrangig industrielle und gewerbliche Ansiedlungen sowie ein Waldbereich” im Umfeld der Anlage befände und “in kleineren Teilbereichen der Umgebung “auch Wohnbebauung”  vorhanden sei. Dass an anderer Stelle sogar gesagt wird, in unmittelbarer Nachbarschaft befinde sich “keine Wohnbebauung”. Mit diesen unterschiedlichen Darstellungen, die die Genehmigungsbehörde hat durchgehen lassen, soll dargelegt werden, dass praktisch keine Anwohner belastet werden. Dass der Wind die ungefilterten Abgase schon wegweht, dann ist das nicht schlimm, denn es wohnt ja praktisch niemand da.

Wie kommt es, dass im TÜV Gutachten davon die Rede sein kann, man könne sehr gut die Windstation am Frankfurter Flughafen zugrundelegen, wenn man die Verteilung der Emissionen aus den  gasfilterlosen Braunkohlenstaubschloten bewertet. Und nicht die in Frankfurt Ost gemessenen Daten? Und auch nicht den Klimaatlas der Universität Kassel, der eben von einem sehr eingeschränkten Luftaustausch spricht – im Klartext: Sind die Emissionen erstmal heruntergerieselt, dann bleiben sie auch eine ganze Weile in der Straßenschlucht stehen.

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Eine Antwort zu Fechenheim ist rot!

  1. Manfred schreibt:

    Ich wohne auch im roten Bereich! Dabei stört mich nicht, dass ich thermisch und klimatisch so ungünstig wohne, sonern dass im Genehmigungsverfahren so getan wird als ob die Braunkohlestaubkraftwerke auf der grünen Wiese gebaut sind und nicht im Wohngebiet. Und dass die von mir bezahlten Beamten im Regierungspräsidium solche offenkundig falschen und dazu noch sich widersprechenden Standortbeschreibungen überhaupt passieren lassen. Wenn ich im Job so offenkundige Widersprüche bei meiner Arbeit durchgehen lasse, dann könnte ich mich bald auf Hartz IV einrichten. Ich hoffe auf die Seveso-Richtlinie.

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